Zur Geschichte des Burghof Theaters

 

 

Im Jahr 2006 gründete Dr. Rüdiger Fröschen den gemeinnützigen Theaterverein „BURGHOF THEATER EV.” Er ließ ein ehemaliges Ladenlokal in der Aachener Str. mit erheblichem finanziellen Aufwand, nach den Bestimmungen der Versammlungsstätten-Verordnung als Theater umbauen, und bat mich, ehrenamtlich, die Leitung des Burghof Theaters zu übernehmen.

Ziel des Burghof Theaters ist es, den Bürgern von Stolberg und Eschweiler ein eigenes Theater zu bieten, dass nicht, wie heute oft üblich am Publikum vorbeiproduziert. Es war mir klar, dass es aus finanziellen Gründen unmöglich sein würde, mit professionellen Kräften zu arbeiten. So fand ich einige theaterbegeisterte Mitstreiter, die bereit waren, hart zu arbeiten, um ein akzeptables künstlerisches Niveau zu erreichen.

Unsere erste Produktion ‚Hier sind sie richtig´ (Premiere April 2007) war ein großer Erfolg. Da ich für eine Produktion mit dem Ensemble etwa ein Jahr Probenzeit benötigte, habe ich selbst zwei Ein-Personenstücke gespielt: ‚Herzilein´ unter der Regie von Gernot Hertel, ‚Aurora übernehmen Sie´ unter der Regie von Karyn von Ostholt (zwei bekannte Theaterschauspieler und erfolgreiche Regisseure, die sich aus ‚alter Freundschaft‘ unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben).

Es folgten zwei Revuen:

  • die Krimikomödie: Wer früher erbt ist länger reich
  • Szenen und Sketche für Stolberg goes China
  • Kortum, Arzt in Stolberg
  • Dinner for one
  • Beiss mir Liepling!
  • Die Wirtin von Peter Turrini (nach Mirandolina von Goldoni)
  • Ladylike von Christian Scholze nach dem Roman von Ingrid Noll, mit Karyn von Ostholt als Lore und Manfred Haas als Ewald. Ich habe Regie geführt und die Rolle der Anneliese übernommen, die ich schon bei der Uraufführung im Westfälischen Landestheater gespielt habe.
  • Lauf doch nicht splitternackt herum von Georges Feydeau.

Im Jahre 2015 regte Herr Dr. Fröschen an, Goethes Faust zu inszenieren. Ich war sehr skeptisch. Es ergab sich aber, dass gerade zu diesem Zeitpunkt einige theaterbegeisterte Menschen an mich herantraten und das „Wagnis “ riskieren wollten. Wir beschlossen, dieses Mammut-Projekt in 4 Raten zu realisieren. Unser Anliegen ist es, unserem „Komödien-Publikum“ die Schwellenangst vor der „erhabenen“ Klassik zu nehmen. Es darf gelacht werden!

Ich halte mich dabei an die Regieanweisung, die Goethe selbst im „Vorspiel auf dem Theater“ postuliert.

‚Lasst Fantasie mit allen Chören,

Vernunft, Verstand, Empfindung, Leidenschaft

Doch merkt Euch wohl, nicht ohne Narrheit hören!

Vor allem aber, lasst genug geschehn,

Man kommt zu schaun, Man will am liebsten sehen.‘

Der Erfolg der ersten zwei Raten gab uns Recht, und es meldeten sich weitere Schauspieler, so dass das Ensemble z. Z. aus 15 Mitgliedern besteht. Die Premiere der Dritten Rate musste wegen Erkrankung der Regisseurin auf Mai/ Juni 2017 verschoben werden. Wir arbeiten dran.

Anfang Mai 2017 ist noch eine Zusammenfassung der ersten 2 Raten im Burghof Theater geplant.

Karin Graf